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Ode ans Schach

Ich bin ein grottenschlechter Spieler, ich gebe es zu. Ich habe erst mit 39 Jahren gelernt zu spielen, ja es mir selber beigebracht. Wie gut kann man da noch werden? Die Gehirnwindungen sind schon verdrahtet und etwas oxidiert. Ich komme nicht einmal auf eine Elo-Zahl von 800 – das ist totales Anfängerniveau. Aber es macht mir Spass.

Schach ist alles. Schach ist wie das Leben. Es ist Kunst, Kampf, Schönheit, Logik, Intuition und Mathematik. Es hat immer die gleiche Ausgangslage, aber 10 hoch 42 Möglichkeiten. Nach dem ersten Zug beider Farben sind schon 400 verschiedene Stellungen möglich. Schach ist schwarz und weiss, rational versus emotional, es ist Spiel und Sport, archetypisch, sinnvoll, lustvoll und sinnlos. Es fördert vieles und hindert auch, weil es viel Denkkapazität und Zeit benötigt, wenn nicht sogar verschwendet. Es ist polar und intuitiv. Es ist wie klassische Musik und Jazz. Es reift – und funktionierte bei mir erst im reifen Alter. Doch auch als kindliches Spiel hat es Erfolg. Es ist in Mode und gleichzeitig zeitlos. Ich kann es nicht. Aber es macht mich glücklich.

Es gibt Virtuosen, Weltmeister, Spitzensportler, Millionäre, die Schach betreiben. Es gibt Grossmeister, die Modelverträge haben, aber auch sogenannte Hustler, mittellose Menschen, die in einem Park in New York auf einem schmierigen Brett mit abgeblätterter Farbe dem leichtsinnigen Touristen einen schnellen Dollar abknöpfen. Es ist wie Fussball, von der Favela bis zum Reichenviertel wird Schach gespielt. Manchmal sind die Figuren halt aus Plastik, bei den anderen dafür aus Kristallglas oder Tropenholz.

Zu Zeiten des kalten Krieges, als Bobby Fischer und Boris Spasski sich massen, war es eine nicht tödliche Propagandawaffe. Und es führte vor, wie schnell Schach Menschen vom Genie zum Paranoiker machen kann. Denn Schach ist Krieg. Es ist Gut gegen Böse. Wie Lord of the Rings oder wie Star Wars. Es gibt unzählige Bücher und Filme über Schach. Es ist ja auch schon 1400 Jahre alt. Viele teils geschichtsträchtige Menschen vieler Kulturen haben schon irgendeine Form des Schachs gespielt. Präsidenten, Generäle und Bundesräte. Es ist Feindschaft aber auch Freundschaft. Es ist Entspannung und Anspannung. Es ist Klassik. Schwarz und weiss, wie eine Klaviertastatur. Es ist ein einfacher Zeitvertreib, wie ein Kartenspiel. Aber es ist auch hochkomplex, eine Wissenschaft und komplett ohne Zufall.

Beim Schach ist alles zu hundert Prozent transparent. Es gibt keinen Glücksfaktor. Niemand zieht eine Karte aus einem Stapel. Keiner wirft einen Würfel. Alles ist da und alles ist jederzeit zu sehen. Und das Beste, es erzählt eine Geschichte. Es ist Storytelling. Es hat eine Dramaturgie. Es spielt in drei Akten: Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel. Wobei nicht immer ganz klar ist, wann das eine in das andere übergeht. Es entwickelt sich und ist immer anders, obwohl es immer gleich ist. Jedes Schachspiel fühlt sich wieder anders an, wie ein Buch, wie ein Film. Es ist universell, erleuchtend, ermüdend und sauschwierig, wenn man es ernst nimmt.

Ich habe mich ins Schach verguckt und es macht mir nichts aus, dass mein sechsjähriger Sohn mich darin schlägt.

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7 Punkte für guten Content

Inhalte zu erarbeiten ist keine Raketenwissenschaft. Und doch brauchen so richtig gute Inhalte (wie alles andere im Leben) Zeit, Wissen, Sorgfalt und ein Quäntchen Liebe.

Seien Sie der Zuckerbäcker unter den Schreibenden, der Liebhaber unter den Textern, die Ausdruckstänzerin unter den Wortakrobatinnen. Und falls Ihnen das zu anstrengend ist, beherzigen Sie einfach diese sieben Punkte für guten Content:

1.    Empfängerorientiert

Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Versetzen Sie sich in die Leserschaft. Was würden Sie gerne lesen? Was möchten Sie erfahren? Was interessiert Sie?

2.    Verständlich und fehlerfrei

Kein Mensch Text ist perfekt. Ein gewisser Standard an Schriftsprache ist aber zu wünschen, um Leser nicht zu vergraulen.

3.    Textaufbau

Gerade online, wo die meisten nur drüber hinweg fliegen, muss ein Text strukturiert sein. Keine langen Bleiwüsten und ab und zu ein Zwischentitel helfen weiter.

4.    Wahrheit

Keinen Quatsch behaupten. Auch wenn heute jeder ein Experte ist und Wikipedia viel Wissen hergibt… Wer Halbwahrheiten verbreitet und abschreibt, ist schnell abgeschrieben.

5.    Geschichten

Erzählen Sie eine Geschichte. Alles was in Geschichten daherkommt, wird gemocht. Nackte Fakten sind anstrengend und fade.

6.    Hilfestellung

Liefern Sie Problemlösungsansätze und Hilfestellungen. Seien sie hilfsbereit und freigiebig mit Informationen. Wissen horten war früher.

7.    Keine Werbung

Platzieren Sie kein Produkt, keine Werbung und allerhöchstens einen unauffälligen Link zu Ihrer Website in einem Artikel. Content ist kein Vehikel für Werbebotschaften.

Kurz: Meinen Sie Ihre Inhalte ernst. Schreiben Sie sie mit Hingabe. Teilen Sie grosszügig und seien Sie frisch und unterhaltsam.

«Seien Sie der Zuckerbäcker unter den Schreibenden.»

Storytelling: Aufmerksamkeit durch Emotion

Geschichten erzeugen Aufmerksamkeit, lassen den Leser erleben, statt nur behalten und bleiben besser in Erinnerung. Die Zeit stumpfer Werbung ist vorbei. Heute will der Leser mit Informationen sein Wissen erweitern oder unterhalten werden. Sonst blendet er sie einfach aus. Inhalte sind gefragt. Die Frage nach dem Antrieb, nach dem Warum ist zentral.

Es geht um Geschichten

Storytelling, Content Marketing, Native Advertising, Brand Journalism, Branded Content, Corporate Publishing. So viele Begriffe grenzen Unterdisziplinen voneinander ab und bezeichnen doch alle entfernt dasselbe. Es geht um Geschichten. Der Mensch erzählt und liebt seit jeher Geschichten. Seit den ersten Höhlenmalereien vor 40’000 Jahren geht es darum, Erfahrungen, Wissen und Unterhaltung durch Geschichten zu transportieren. Und diese dadurch interessant und haltbar zu machen.

Mehrwert durch Dramaturgie

Wenn das Produkt es im Rahmen einer Kurzgeschichte schafft, Probleme zu lösen, besondere Eigenschaften zu entfesseln oder eine Lebenseinstellung bzw. ein Image zu transportieren, dann bleibt die Botschaft nicht nur länger im Gedächtnis, sondern erhält dadurch auch einen unterhaltenden Mehrwert. Für gutes Storytelling braucht es eine Redaktionsplanung, herausragende Schreiberlinge und einige gute Ansätze, die sich bei fast jedem Unternehmen finden lassen.

5 Gründe für den bewussten Einsatz von Storytelling:

1.    Wir alle mögen Geschichten. Jedes Kind liebt Bilderbücher und Gutenachtgeschichten. Jugendliche lesen Comics, Erwachsene lesen (hoffentlich) Bücher und sehen fern. Warum? Geschichten unterhalten uns, vermitteln Wissen und eröffnen uns neue Welten.

2.    Wir wollen etwas erleben, auch wenn es virtuell ist. Denn so kann man auch Dinge erleben, die in der Realität gar nicht möglich sind.

3.    Wir identifizieren uns mit Protagonisten und Attributen, die wir vielleicht gar nicht besitzen, aber die wir gerne hätten. Konsumieren wir ein risikofreudiges Produkt, färbt sein Glanz ja vielleicht ein wenig auf uns ab.

4.    Erinnerung, Gehirnjogging, Gedächtnistraining funktioniert über Geschichten. Das Gehirn mag es anschaulich. Zurechtgelegte Informationen werden in eine Geschichte verpackt und so besser erinnert.

5.    Geschichten sind emotional. Emotionen bleiben im Gedächtnis – und das ist es, was wir mit unserem Produkt, unserer Marke, unserer Firma im besten Fall wollen. Emotionen auslösen und in Erinnerung bleiben.

 

Storytelling/Kommunikation/Nachhaltigkeit (Dieter Herbst): http://www.wirtschaftsmagazin.ch/wirtschaftsmagazin/Artikel/2013/Jahrbuch_2013/stier_herbst.php